Sextortion (Erpressung)

Was ist Sextortion, wie kann ich mich davor schützen und was sollte ich tun, wenn ich betroffen bin?

Sexuelle Vorlieben, Lüste und Gelüste werden heute oft im Internet in einer vermeintlichen Anonymität ausgelebt.  Kriminelle machen sich das zu Nutze und haben Ihre Tätigkeiten auf diese Gegebenheiten angepasst und versuchen z. B. uns vor Familie, Freunde oder dem Arbeitgeber bloss zu stellen. Generell kann heute zwischen drei Szenarien unterschieden werden, die wir nachfolgend beleuchten.

Der Klassiker

Über eine Social Media Plattform erhaltest du eine Freundschaftsanfrage einer attraktiven Person. Hast du die Anfrage akzeptiert, wirst du in der Regel ziemlich schnell kontaktiert und in ein Gespräch verwickelt. Hat die Person dein Vertrauen erlangt, geht es in die nächste Phase und es wird vorgeschlagen, auf eine Videochatplattform wie z. B. Skype zu wechseln und etwas freizügiger zu werden. Die Betrüger:innen verleiten dich dann dazu, auch dich selbst zu entblössen und dies wird dann oft unbemerkt aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen dienen danach dich zu erpressen. Zahlst du nicht, drohen die Erpresser:innen, die Aufnahmen an deine Freunde, Familie oder deinen Arbeitgeber zu verteilen.

Der Fake

In gefälschten E-Mails behaupten die Betrüger:innen, sie hätten Aufnahmen von dir, die dich z. B. beim Konsum von pornografischem Material zeigen würden. Um möglichst authentisch zu wirken, werden oft auch Informationen (Passwörter, E-Mail-Adressen etc.) mit gesendet, die aus gestohlen Datensammlungen stammen. Die Betrüger:innen hoffen, dass du dich ertappt fühlst und einen gewissen Betrag als Schweigegeld bezahlst. Meist sind die Kriminellen aber nicht im Besitz von solchen Aufnahmen und die E-Mails enthalten auch keine Viren oder Ähnliches.

Der Virus

Oftmals können Webseiten mit expliziten Inhalten auch Schadsoftware (Viren, Malware) enthalten. Surfst auf einer solchen Webseite, die verseucht ist, installiert sich unbemerkt im Hintergrund eine Malware, die danach wiederum unbemerkt deine Kamera aktiviert und dich bei freizügigen Handlungen filmt. Diese Aufnahmen werden danach wie im Klassiker verwendet, um dich zu erpressen.

Video-Quelle: Youtube, ibarry.ch

So wirst du nicht zum Opfer
  • Nimm keine Freundschaftsanfragen auf den sozialem Medien an, wenn du die Person nicht wirklich kennst und das Profil echt ist

  • Nimm während eines Videochats keine Handlungen vor der Kamera vor, die du später bereuen könntest

  • Deaktiviere, überklebe oder überdecke deine Webcam, solange du sie nicht verwendest

  • Halten deine mobilen Geräte, PCs und Notebooks sowie deren Virenschutz stets aktuell

  • Informiere dein Umfeld über diese Betrugsmasche

 
Du wirst erpresst? Nur keine Panik

In fast allen Fällen ist das ganze ein Bluff und du solltest auf keinen Fall auf die E-Mail oder Nachricht reagieren und auch nichts bezahlen. E-Mails kannst du zur Unterstützung der polizeilichen Ermittler an reports@stop-sextortion.ch weiterleiten oder sieh dir die weiteren Hilfen unter www.stop-sextortion.ch an. 

Ein Beispiel einer Fake-Sextortion-E-Mail:
german_mail.png

Bild-Quelle: www.stop-sextortion.ch

Verwandte Themen

Social Engineering, Romance Scam

(Quellenangabe: Mit Material von ibarry.ch und cybercrimepolice.ch)